
Adolf-Reichwein-Preis
Adolf-Reichwein-Preis
Am 20. Oktober 2026 – zur Erinnerung an den Geburtstag des berühmtesten Sohns der Stadt - wird der Adolf-Reichwein-Preis der Stadt Rosbach v. d. Höhe verliehen. Der Preis soll schulische und außer-schulische Projekte, Initiativen und Aktionen würdigen, die sich zivilgesellschaftlich, kreativ und nachhaltig für Demokratie und Menschenwürde in Hessen einsetzen und im Sinne Adolf Reichweins mutig handeln.
Die mit 3.000 € dotierte Auszeichnung richtet sich an hessische Schulen, Kommunen und öffentlich-rechtliche Träger, deren Projektarbeit mit 10- bis 18-Jährigen in wegweisender Weise für Demokratie und Partizipation einsteht bzw. antidemokratischen und rassistischen Tendenzen entgegentritt. Die Projektarbeit soll nicht länger als zwölf Monate, von der Prämierung an gerechnet, zurückliegen.
Bewerbungsfrist: 1. Januar bis 31. Mai 2026
Preisträger
Adolf-Reichwein-Preis 2023
Preisträger: Adolf-Reichwein-Schule-Friedberg
Projekt „Klassenrat“Im Rahmen des Themas "Demokratie lernen" führen wir in der Jahrgangsstufe 5 den sogenannten Klassenrat ein: ein Forum, in dem aktuelle Themen, Vorhaben und Schwierigkeiten innerhalb der Klasse besprochen werden können. Die Struktur dieses Gesprächsforums ist festgelegt: Es gibt unter anderem eine:n Leiter:in, eine:n Protokollant:in, eine:n Zeitwächter:in. Alle Schüler:innen der Klasse sind gleichberechtigt. Die Kinder erlernen respektvollen Umgang miteinander, die friedvolle Lösung von Schwierigkeiten oder den Umgang mit mehrheitlichen Abstimmungen. In diesem Rahmen nehmen wir uns in den Jahrgangsstufen 5/6 auch Zeit für das Programm "Gemeinsam Klasse sein" des Wetteraukreises und stärken den wertschätzenden Umgang der Schülerinnen und Schüler durch weiteres Sozialtraining. Das Forum des Klassenrats setzt sich bei uns bis in die Jahrgangsstufe 10 fort. Unterstützt werden wir hierbei auch durch unsere Schulsolzialarbeiterin und unsere UBUS-Kräfte. Das Projekt besteht seit mehr als 10 Jahren.
Begründung der Jury:
Mit der Einführung des Projektes ‚Klassenrat der Klassen 5-10‘ hat die Adolf-Reichwein-Schule in Friedberg vor über 10 Jahren eine Initiative des Landes Hessen aufgegriffen, diese in vorbildlicher Weise an die Verhältnisse vor Ort angepasst und in kontinuierlicher Weiterentwicklung zu einem tragenden Bestandteil ihrer Schulkultur gemacht. Die Jury ist beeindruckt von der Nachhaltigkeit und Ausdauer, mit der demokratische Strukturen und Prozeduren in den Klassenalltag der verschiedenen Jahrgänge integriert und die Formen demokratischen Handelns als selbstverständliche Strategie menschenwürdigen Miteinanderumgehens entwickelt werden konnten. In einem Umfeld, in dem allerorten scheinbar einfache und schnelle Lösungen für die komplexen Probleme der Gegenwart angeboten werden, scheint der Jury das beharrliche Festhalten an und das ständige Einüben von demokratischen Handlungsabläufen, das „Aushalten von Demokratie“ als besonders wichtiges, brennend aktuelles und der Zielsetzung unseres Preises in vorbildlicher Weise gerecht werdendes Vorgehen.
Wir gratulieren den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 5-10 an der Adolf-Reichwein-Schule in Friedberg sehr herzlich zu ihrem Erfolg und wünschen für die Fortsetzung und Weiterentwicklung des Projekts alles Gute.
Adolf-Reichwein-Preis 2024
Preisträger: Weibelfeldschule Dreieich
Projekt: „Es beginnt mit Sprache – die Schulbücherei als Akteurin in der Demokratiebildung einer Schule“Die Weibelfeldschule gehört zum Netzwerk der Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage. Damit diese Plakette mit Leben gefüllt wird, startet unsere Schulbücherei regelmäßig und seit Jahren zahlreiche interaktive Projekte, um Gesprächsanlässe auf Augenhöhe mit Jugendlichen zu schaffen. Denn es beginnt bei Sprache. Darum sind Ausstellungen, Plakate o.a. stets nur ein erster Schritt, um ins Gespräch zu kommen, damit Jugendliche einander in ihrer Vielfalt sehen und respektvoll begegnen können
Begründung der Jury:
Im Rahmen des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ kuratiert die Schulbücherei der Weibelfeldschule seit 2019 von den Schülern eingebrachte interaktive Projekte, Diskussionsrunden und Ausstellungen, welche die Schüler und die Schulöffentlichkeit für neue Sichtweisen und Lebenswelten sensibilisieren. Die Schulbücherei ist damit zu einem Ort der Begegnung geworden, an dem sich Schülerinnen und Schüler vernetzen, sich mit aktuellen Missständen beschäftigen und die gewonnenen Erfahrungen in ihr schulisches wie außerschulisches Leben integrieren können - um Wissen zu mehren, Hass entgegenzuwirken und die Demokratie zu stärken. In der besten Tradition demokratischer Aufklärung und des Bildungsgedankens Adolf Reichweins hat es die Bücherei verstanden, junge Menschen gleich welcher Herkunft und sozialer Schichtung, über Jahrgänge und Schulstufen hinweg, von innerhalb und außerhalb der Schule zu einer Agora demokratischen Austauschs zu verbinden und diesen Austausch zugleich in praktisches Handeln münden zu lassen. Wir gratulieren dem Büchereiteam, den Lehrkräften und den Schülerinnen und Schülern der Weibelfeldschule in Dreieich sehr herzlich zu ihrem Erfolg und wünschen für die Fortsetzung und Weiterentwicklung der Initiative alles Gute.

Adolf-Reichwein-Preis 2025
Preisträger: Adolf-Reichwein-Schule Pohlheim
Projekt: „Was würde Adolf Reichwein sagen…“Das eingereichte Projekt verbindet gesellschaftspolitische Themen unserer Zeit aus den Bereichen Rassismus, Demokratie, Friedenspolitik, Gesundheit und Bildung mit den biografischen Lehren und dem reformpolitischen Wirken Adolf Reichweins. Über die kritische Auseinandersetzung mit Reich-weins gesellschaftlichen Werten, seiner politischen Überzeugung und seinem reformpädagogischen Bildungsansatz suchen Schülerinnen und Schüler nach Antworten auf für sie relevante gesellschafts-politische Fragen, die Reichwein uns hätte geben können. Die Verbindung der ausgewählten Gesell-schaftsthemen mit Reichweins Antworten findet ihren Ausdruck in politischen Plakaten, die – als ‚op-tischer Schrei‘ aus Symbolik, Motivgestaltung und Handlungsimperativ – von den Lernenden selbst konzipiert und gestaltet wurden und der Schulgemeinde der Adolf-Reichwein-Schule Pohlheim präsentiert werden.
Begründung der Jury:
Nun zum zweiten Mal hat die Schule im Rahmen einer „Kreativwerkstatt“ Schülerinnen der 9. Jahrgangsstufe eingeladen, sich intensiv und engagiert mit kritischen gesellschaftsrelevanten Themen auseinanderzusetzen. Adolf Reichweins Person und Werk dienten dabei als Bezugspunkt, um inspirierend, wegweisend und stärkend den aktuellen Herausforderungen von Demokratie entgegenzutreten und Impulse für das eigene Handeln zu geben. Die Ergebnisse dieser Auseinandersetzung wurden in politische Plakate umgesetzt, welche die Schüler abschließend der Schul- und einer weiteren Öffentlichkeit vorstellten.
Das Projekt verkörpert im Sinne Adolf Reichweins den Geist einer aktiven, werteorientierten und gegenwartsbezogenen Bildungsarbeit, die junge Menschen zu einer verantwortungsbewussten Gestaltung unserer demokratischen Gesellschaft befähigt. Die Verbindung von historischem Lernen, politischem Diskurs und handlungsorientiertem Bezug zu den drängenden Fragen der eigenen Gegenwart hat die Jury besonders beeindruckt.
Wir gratulieren den Lehrkräften und den Schülerinnen und Schülern der Adolf-Reichwein-Schule in Pohlheim sehr herzlich zu ihrem Erfolg und wünschen für die Fortsetzung und Weiterentwicklung der Initiative alles Gute.
