Stadtwald Rosbach v. d. Höhe

Stadtwald

Der Wald als Lebensraum

  • Der Wald bietet Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Sie sind an das Zusammenleben mit Bäumen angepasst. Einige gedeihen nur im Schatten der Bäume, andere brauchen Baumhöhlen als Verstecke, wieder andere benötigen Eicheln, Bucheckern oder Fichtensamen als Nahrung. Nicht nur wir Menschen brauchen und schätzen den Wald als Erholungsraum, Rohstofflieferant, "Klimaanlage" und – vor allem im Gebirge – als "Lebensversicherung" gegen Lawinen, Muren und Hochwasser. Für zahllose Tier-, Pflanzen- und Pilzarten ist der Wald der Lebensraum, der ihnen Nahrung, Wohnung und Schutz bietet.

    Wertvolles Holz ist ein unverzichtbarer, nachwachsender Rohstoff. Es trägt maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg der Forstbetriebe bei. Grundlage hierfür sind stabile und gesunde Wälder, die auch alle anderen Waldfunktionen garantieren. Organismen, wie einige zur Massenvermehrung fähigen Borkenkäferarten, die Wälder in ihrer Existenz gefährden können, sind jedoch ebenfalls normale Bestandteile des Ökosystems Wald. Sie sind natürlicher Bestandteil der Lebensgemeinschaft von Fichtenwäldern. Hier entsteht bei Massenvermehrung der Borkenkäfer ein Konflikt zwischen absoluter Naturnähe und der aktuellen Sicherung der Waldfunktionen durch Walderhalt. Die Maßnahmen zum Walderhalt in Zeiten des Klimawandels sowie zum wirtschaftlichen Überleben von Forstbetrieben verlangen in der Abwägung nach Lösungen. Insektizide werden im Stadtwald nicht eingesetzt.

    Daher müssen aus Verkehrssicherungs- und Arbeitsschutzgründen manche Bäume entfernt werden. Selbstverständlich werden diese Flächen wiederbewaldet, durch natürliche Ansamung von verschiedenen Baumarten. Dazu zählen Birke, Buche, Fichte und Lärche.

  • Eine multifunktionale Forstwirtschaft schützt die Natur flächendeckend

    Forstwirtschaft und Naturschutz haben nach dem Bundeswald- bzw. Bundesnaturschutzgesetz in weiten Bereichen sehr ähnliche Inhalte. Diese sind die Sicherung der nachhaltigen Nutzungsfähigkeit der Naturgüter als natürliche Lebensgrundlage sowie der Erhalt der Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Pflanzen- und Tierwelt. Weiterhin ist es Aufgabe der Forstwirtschaft, jede Maßnahme im Wald nicht nur mit den Naturschutzbelangen, sondern auch mit der Nutzung und Erholungsfunktion in Einklang zu bringen. Mit diesem umfassenden Konzept sichert die Forstwirtschaft dauerhaft sowohl die natürlichen Grundlagen und die Naturschutzwirkungen des Waldes, als auch alle Nutz- und Erholungsleistungen. Ebenso ist nachhaltige Holznutzung nötig, um der Gesellschaft den nachwachsenden, umweltfreundlichen Rohstoff Holz in den benötigten Mengen zu liefern. Dies ist eine Vorsorge, um den Holzimport aus Ländern mit Raubbau am Wald einzuschränken.

  • Der Klimawandel

    Die Wälder der Welt spielen im Klimasystem sowohl global als auch lokal eine große Rolle: Sie tragen maßgeblich zur Sauerstoffbildung bei und haben eine zentrale Funktion im Wasserkreislauf. Auf regionaler Ebene beeinflussen Wälder insbesondere die Umgebungstemperatur und die Sauberkeit der Luft. Außerdem speichern Bäume sehr große Mengen Kohlenstoff (C), indem sie bei der Photosynthese CO₂ aufnehmen und daraus Holz bilden. Auch in den Böden intakter Wälder sind große Mengen Kohlenstoff gespeichert. In der Diskussion um die Klimakrise werden Wälder daher als Kohlenstoffsenke bezeichnet.

    Unsere Wälder tragen nicht nur auf vielfältige Weise zur Lebensqualität in Regionen bei. Sie liefern auch einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz. Deutschlandweit speichern Wälder in ihrer Biomasse (Holz, Nadeln/Blätter und Wurzeln) und im Waldbodenhumus über zwei Milliarden Tonnen Kohlenstoff. Gleichzeitig sind gerade die Wälder und ihre Leistungen für das Allgemeinwohl von einer Klimaerwärmung besonders bedroht.

    Im Stadtwald Rosbach sind ca. 158.000t CO2 gespeichert. Diese Menge Gas würde ausreichen, um 22.000 Fesselballons zu füllen. Wird der Wald nicht genutzt, setzten Zerfall- Prozess  genau so viel CO2 frei, wie Bäume durch ihr Wachstum bilden.

  • Wiederbewaldung

    Verjüngung durch flugfähigen Samen

    Aus der Verjüngung entwickeln sich Mischwälder, die nach Art und Alter gemischt sind und damit unempfindlicher gegen Schädlinge oder Klimaextreme sind. Dieses Vorgehen bringt also sowohl ökonomische als ökologische Vorteile mit sich.

    Diese Naturverjüngung soll übernommen werden und durch Pflegearbeiten in den kommenden Jahrzenten zu einem klimastabilen Mischwald entwickelt werden, der allen ökologischen und ökonomischen Anforderungen gerecht wird. Nur dort wo die Verjüngung ausbleibt, soll mit künstlicher Verjüngung von Baumarten, die weniger unter Trockenheit leiden, gearbeitet werden.

    Zur Erholung der Artenvielfalt ist bei der Verjüngung eine Bereicherung mit standortgerechten Baum- und Straucharten auf Kosten der sogenannten Wirtschaftsbaumarten durchzuführen. Laub- und Mischwälder werden gefördert.

  • Unser Wald früher & heute

    früher...

    Die Wälder von Rosbach und Rodheim durchlebten viele Epochen. Die Fruchtbare Fläche der Wetterau wurde in folgenden rund  200 Jahren intensiv ackerbaulich genutzt. Gegen Ende der römischen Herrschaft im 3. Jahrhundert  n. Chr. waren große Teile des Baumbestandes in der Region gelichtet. In Folge des Bevölkerungsrückgangs, mit Abzug der Römer um 260/270 n. Chr. erholte sich der Wald für kurze Zeit. 

    Im Früh- und Hochmittelalter 8.-13. Jahrhundert waren Eichen und Buchen zu dieser Zeit die vorherrschenden Bäume. Erlen und Eschen säumten die Bäche. Es wurden zusätzlich gezielt Hainbuchen in den  Gebücken (Grenz- und Schutzpflanzungen) angebaut.

    In dieser Zeit wurden die ersten Anordnungen zum Schutz des Wildes und deren Lebensraum angeordnet. Ab dem Spätmittelalter und der frühen Neuzeit (14. Jahrhundert) müssen unsere Taunuswälder recht  devastiert (verwüstet) gewesen sein. Die Grundherren versuchten durch Forstordnung die Nutzung zu regeln, da man Angst vor einer Holznot hatte. Die Adligen behielten hingegen die ihnen zuständige Jagd im Auge.

    Ab dem 15. Jahrhundert wurden vermehrt Kiefern in unserer Region angepflanzt. Auch begann man den Wald durch Grenzlinien und Schneisen einzuteilen, dies diente zur erleichterten üblichen Nutzung für Brennholz.

    Im 18. Jahrhundert dürfte unser Wald nur noch aus einzelnen Büschen, zerstörte Eichen und Buchenstöcken bestanden haben. Mit der Napoleonischen Zeit im 19. Jahrhundert setzte eine höhere Wertschätzung  des Waldes ein. Man begann die Waldreste zu schützen und darüber hinaus wurden erhebliche Flächen, die zuvor der Waldweide für das Vieh gedient hatten, neu bepflanzt.

    Rotwild war um 1850 noch eine Seltenheit im Rosbacher Wald, Schwarzwild kaum vorhanden. Dafür gab es Haselwild und Hase. Heute dominiert Rot-, Reh- und Schwarzwild. Haselwild ist verschwunden.

    Zu Beginn des 20. Jahrhunderts  wurden auch von Privateigentürmern Wiesen (Maiselwiese an der Dicken Eiche) und Felder (Hainerfeld) mit Fichten aufgeforstet. Die Wiederbewaldung der devastierten Flächen erfolgte vor allem mit Nadelholz und Buchen.

    heute...

    Heutiges Ziel der Waldbewirtschaftung im Stadtwald ist die Erhöhung der ökologischen Funktionen, der Erholung und Schutzfunktionen, der Diversität und Stabilität des Waldes vor der reinen Wirtschaftlichkeit. 

    Die Schutzwirkungen des Waldes und damit auch die Teilziele Wasserschutz, Naturschutz und spezieller Artenschutz sind gleichranging, im Konfliktfall vorrangig vor den Zielen Erholung, Rohstoffbereitstellung, Arbeit und Nutzen für den Waldeigentümer.


  • Zertifizierung

    Die Stadt Rosbach hat ihren Wald FSC zertifiziert Damit willigen die Waldbesitzer ein, sich an strenge Regeln zu halten:

    • Der Wald soll sich möglichst natürlich entwickeln
    • Keine Verwendung chemischer Gifte z.B gegen Käfer oder Pilze
    • Die Wildtiere müssen so bejagt werden, dass die kleinen Bäumchen ohne zusätzlichen Schutz wachsen können
    • Auf gefährdete Pflanzen und Tiere wird besonders Rücksicht genommen
    • Mindestens 5% des Waldes werden nicht genutzt
    • Pro Hektar (100m x 100m) bleiben 10 Bäume vom Menschen ungenutzt
    • Alle Motorgeräte arbeiten mit umweltschonendem Treibstoff und Öl
    • Der Waldboden, als Grundlage des Wachstums wird besonders schonend behandelt
    • Nur Menschen mit Ausbildung und Sicherheitsausrüstung dürfen im Wald arbeiten
    • Die Arbeit muss so sicher wie möglich organisiert werden
    • Jeder Waldarbeiter bekommt einen gerechten Lohn

Bildergalerie

weitere Informationen

Stadt Rosbach v.d.Höhe senkt die Brennholzpreise

Die Stadt Rosbach hat die Preise für Nadel-Brennholz drastisch gesenkt. Bürgermeister Steffen Maar möchte damit den Verkauf von Nadelholz ankurbeln. Nach seiner Aussage liegt der Brennwert des Fichtenholzes bei ca. 70% des Buchenholzes. Nadelholz kostet aber nur ca. 1/3 so viel wie Laubholz. Damit ist für die Kunden ein wirtschaftlicher Vorteil gegeben. Wie Bürgermeister Maar weiter mittteilt, diene die vermehrte Verwendung von Nadel-Brennholz auch der Beseitigung von Brutmaterial für Borkenkäfer, die derzeit nicht nur den Fichten im Rosbacher Stadtwald erheblich zusetzen. Wer Fichten-Brennholz nutzt, leistet damit einen Beitrag für die Gesunderhaltung des Stadtwaldes. 

Holzpreise für das Winterhalbjahr 2020/2021

Die Holzpreise für das Winterhalbjahr 2020/2021 stehen noch nicht fest, werden jedoch zeitnah bekanntgegeben.

Die Holzpreise für das Winterhalbjahr 2019/2020 lauteten wie folgt:

  • Schlagabraum

    Buche: 15,- € - 25,- €/rm

    Eiche: 10,- € - 20,- €

    sonstiges Laubholz: 10,00 € - 15,00 €/rm

    Nadelholz: 5,- € / rm

    Der Preis für Schlagabraum wird vom Revierleiter festgelegt. Je dicker das Holz ist, je besser es sich bearbeiten lässt und je näher es an Wegen liegt umso teurer ist es.

  • Industrieholz als Brennholz (Mindestbestellmenge 5 fm)

    Buche: 56,- €/fm

    Eiche: 44,- €/fm

    Nadelholz: 20,- €/fm

  • Bezahlung

    Holz darf nur abgefahren werden, wenn es vorher bezahlt wurde. Die Einzahlungsquittung ist als Abfuhrausweis mitzuführen.

    Gerücktes Holz (Industrieholz)

    Ist bei der Stadtkasse bar zu bezahlen. Der Holzkaufpreis kann auch an die Stadtkasse überwiesen werden (Sparkasse Oberhessen, IBAN DE75 5185 0079 0070 0000 32, BIC HELADEF1FRI).

    Schlagabraum

    Dieses Holz ist beim Revierleiter in bar zu bezahlen.

    Umrechnung Festmeter (fm) – Raummeter (rm)

    0,7 fm entsprechen 1,0 rm

  • Bestellungen

    Interessenten geben bitte den ausgefüllten Bestellvordruck in der Stadtverwaltung, Homburger Str. 64 ab oder senden das Formular per E-Mail,

    an Eva-Maria.Kirchler@forst.hessen.de für Schlagabraum,
    an brennholz@rosbach-hessen.de für Industrieholz.

    Für Rückfragen stehen Ihnen Frau Alexandraki (06003/822-402) und
    Frau Kirchler, Revierleitung, (0170/1450854) zur Verfügung.

    Wir werden uns sodann mit Ihnen in Kontakt setzen.

    Bestellungen werden laufend entgegen genommen. Die Zuteilung erfolgt durch den Revierleiter möglichst wohnortnah. Die Abgabe von Brennholz kann nur im Rahmen der Nachhaltigkeit des Forstbetriebes erfolgen. Es ist denkbar, dass nicht alle Bestellungen berücksichtigt werden können. Rosbacher Einwohner und Kunden aus früheren Jahren werden dann bevorzugt. Ein Anspruch auf Zuteilung besteht nicht.

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Stadtwald & Sehenswürdigkeit



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Naturpark Hochtaunus

Der Stadtwald Rosbach gehört zum Naturpark Hochtaunus. Der zweitgrößte Naturpark Hessens mit 134.775 ha liegt direkt vor den Toren des Ballungsgebietes Rhein-Main. Die Verbindung von Naturschutz und Tourismus zieht jährlich viele Besucher an. Im Naturpark können 1.240 km Wanderwege mit geführten Wanderungen oder auf eigene Faust entdeckt werden. Zahlreiche Zelt-, Grillplätze und Liegewiesen laden im Naturpark Hochtaunus zur Erholung in der Natur ein.

Kastell Kapersburg

Das für die Aufnahme eines numerus – einer kleinen Wacheinheit am Limes - ausgelegte Kastell hat sich infolge seiner Lage in einem bis heute nur von der Fortwirtschaft genutzten Waldgebiet sehr gut erhalten. Seit 1874 haben hier immer wieder archäologische Ausgrabungen stattgefunden; die Ergebnisse wurden umfassend publiziert. Nach der 2005 erfolgten Ernennung des Obergermanisch-Raetischen Limes zum UNESCO-Welterbe ist die Kapersburg als Freilichtmuseum ausgestaltet worden.

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