Abschlussveranstaltung zur Kommunalen Wärmeplanung stößt auf großes Interesse in Rosbach
Pünktlich um 19:00 Uhr eröffnete der städtische Projektleiter Denis Grosch die Veranstaltung und begrüßte die Anwesenden. Er blickte kurz auf den bisherigen Prozess zurück: Seit Anfang 2025 wurde in Rosbach v. d. Höhe an der Kommunalen Wärmeplanung gearbeitet – begleitet von zwei Stakeholder-Workshops, einer Online-Beteiligung sowie der Möglichkeit, im Rahmen der Offenlegung Stellungnahmen abzugeben. Ziel der Wärmeplanung: auf Basis von Daten und Analysen aufzeigen, wie die Wärmeversorgung in der Stadt bis 2045 schrittweise klimaneutral, verlässlich und bezahlbar gestaltet werden kann.
Im Anschluss richtete Bürgermeister Steffen Maar ein Grußwort an die Gäste und dankte allen Beteiligten für die konstruktive Zusammenarbeit im Prozess. „Mit der Kommunalen Wärmeplanung schaffen wir eine verlässliche Orientierung für alle, die in Heizung und Gebäude investieren müssen – vom Privathaushalt bis zum Gewerbebetrieb“, betonte Maar. „Mir ist wichtig, dass Klimaschutz und Bezahlbarkeit zusammen gedacht werden. Der Wärmeplan zeigt Wege auf, wie wir unsere Klimaziele erreichen können, ohne die Menschen zu überfordern. Gleichzeitig ist er ein starkes Signal für die Attraktivität unseres Standortes – etwa mit Blick auf die Entwicklung im Gewerbegebiet Ober-Rosbach. Mein Dank gilt unseren Partnern von OVAG und TransMIT sowie dem städtischen Team: Gute Planung ist die Grundlage dafür, dass wir die Wärmewende in Rosbach Schritt für Schritt, pragmatisch und gemeinsam mit unseren Bürgerinnen und Bürgern umsetzen.“
Fachliche Einblicke in die Kommunale Wärmeplanung
Nach dem Bürgermeister folgte Dr. Hans-Peter Frank, Prokurist der OVAG, der in seinem Grußwort die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Rosbach v. d. Höhe hervorhob und die Bedeutung einer frühzeitigen und strukturierten Wärmeplanung für Kommunen unterstrich.
Im Anschluss stellten Florian Appelt (Projektleitung OVAG) und Nils Metka (TransMIT) den Kommunalen Wärmeplan für Rosbach v. d. Höhe vor. Deutlich wurde: Der Wärmeplan beruht auf einer systematischen Datenerhebung und -auswertung, einer Analyse des aktuellen Wärmebedarfs und der bestehenden Infrastruktur sowie einer Abschätzung der Potenziale für erneuerbare Energien und Effizienzmaßnahmen. Daraus abgeleitet wurden Zielszenarien bis 2045 und eine Umsetzungsstrategie, die aufzeigt, wo sich künftig Wärmenetze anbieten und wo dezentrale Lösungen – etwa mit Wärmepumpen oder anderen erneuerbaren Technologien – im Vordergrund stehen könnten.
Nächste Schritte: Machbarkeitsstudien für zwei Eignungsgebiete
Einen konkreten Blick in die Zukunft gab der Ausblick auf die nächsten Schritte. Vorgesehen sind zunächst Machbarkeitsstudien für zwei Eignungsgebiete für mögliche Wärmenetze: das Gewerbegebiet Ober-Rosbach – insbesondere auch vor dem Hintergrund der geplanten Ansiedlung eines Rechenzentrums und das Neubaugebiet „Am Belgesbaum“ in Rodheim. Mit den Studien soll unter anderem geprüft werden, wie eine Wärmeversorgung über ein Netz umgesetzt werden kann und welche Option jeweils die wirtschaftlichste und zukunftsfähigste Versorgungsvariante darstellt. Damit schafft die Stadt Planungssicherheit für Unternehmen, Projektentwickler und sowie private Bauherren.
Wärmepumpe und Wärmenetz als „Königswege“ der Wärmewende
Im zweiten großen Block des Abends stellte Dr. Florian Köhler, Themenfeldleiter Energieeffizienz und Energiesparen bei der LandesEnergieAgentur Hessen (LEA), zunächst die Aufgaben und Angebote der LEA Hessen vor. Dazu zählen insbesondere Informations- und Beratungsangebote für Bürgerinnen und Bürger rund um energetische Sanierung, effiziente Heiztechniken und Fördermöglichkeiten.
Anschließend führte Dr. Köhler in die Grundlagen der Wärmewende ein und ging der Frage nach: „Wärmewende – was ist zu tun?“ Im Mittelpunkt standen zwei zentrale Wege einer klimafreundlichen Wärmeversorgung: die Wärmepumpe und der Anschluss an ein Wärmenetz. Beide Wege bezeichnete er als „Königswege“ für eine zukunftsfähige, weitgehend erneuerbare Wärmeversorgung.
Ausführlich erläuterte er Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten von Wärmepumpen, ging auf Aspekte der Effizienz, die Kombination mit Gebäudedämmung und erneuerbarem Strom ein und stellte Fördermöglichkeiten sowie typische Amortisationszeiträume dar. Zum Abschluss gab er einen Überblick über die Beratungsangebote der LEA Hessen, die Rosbacher Bürgerinnen und Bürger in Anspruch nehmen können, um individuelle Entscheidungen fundiert vorzubereiten.
Lebendige Fragerunde und intensiver Austausch
In der anschließenden Fragerunde, die rund 45 Minuten dauerte, nutzten die Gäste die Gelegenheit, sowohl grundsätzliche als auch sehr konkrete Fragen zu stellen. Die Atmosphäre war interessiert und aufgeschlossen, stellenweise motiviert, sich einzubringen und in Zusammenarbeit mit Nachbarn und Stadt gemeinsam Ideen zu entwickeln, aber auch kritisch – etwa mit Blick auf die zeitliche Perspektive möglicher Wärmenetze.
Im Anschluss daran öffnete der „Marktplatz“ den Raum für den persönlichen Austausch. Rund eine Stunde lang nutzten zahlreiche Besucherinnen und Besucher das Angebot, an den Informationsständen individuelle Fragen zu stellen und ihre ganz konkrete Situation zu besprechen. Besonders stark nachgefragt war die Energieberatung, daneben standen Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Rosbach v. d. Höhe, der LandesEnergieAgentur Hessen sowie der OVAG für Gespräche zur Verfügung. Auch von der Verbraucherzentrale Hessen lag Informationsmaterial aus,
Viele Gäste nahmen die Gelegenheit wahr, sich erste Ideen für anstehende Investitionen – etwa den Heizungstausch oder einzelne Sanierungsschritte – erläutern zu lassen und Einschätzungen von Fachleuten einzuholen.
Transparenz und Orientierung für langfristige Entscheidungen
Die Kommunale Wärmeplanung entfaltet keine unmittelbare rechtliche Wirkung für Bürgerinnen und Bürger. Sie schafft jedoch Transparenz über mögliche künftige Versorgungsoptionen in den einzelnen Gebieten der Stadt und bietet damit eine wichtige Grundlage für langfristige Investitionsentscheidungen von Haushalten, Unternehmen und Energieversorgern.
Weitere Informationen zur Kommunalen Wärmeplanung sowie der beschlossene Wärmeplan stehen auf der Projektseite „Kommunale Wärmeplanung“ auf der Internetseite der Stadt Rosbach v. d. Höhe unter https://www.rosbach-hessen.de/stadt-politik/nachhaltigkeit/kommunale-waermeplanung/ zur Verfügung. Dort werden zeitnah auf die Präsentationen der Abschlussveranstaltung abrufbar sein.

