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Trotz erfolgreicher Partnerschaft - Kindertagespflege „Piccolino“ schließt wegen gesunkener Nachfrage


Das Projekt „Piccolino“ wurde 2023 ins Leben gerufen, um dem damals dringenden Bedarf an U3-Betreuungsplätzen gerecht zu werden. In einer Zeit hoher Geburtenzahlen von rund 140 Kindern pro Jahrgang schufen die Stadt und die Diakonie Oberhessen als Trägerin gemeinsam zehn neue, stark nachgefragte Plätze in der Nieder-Wöllstädter Straße. Die Einrichtung etablierte sich schnell als ein zuverlässiges und qualifiziertes Betreuungsangebot, das von den engagierten Tagesmüttern und der familiären Atmosphäre geprägt war.

Die demografischen Rahmenbedingungen haben sich seitdem jedoch spürbar verändert. Die Geburtenzahlen in Rosbach haben sich auf einem Niveau von circa 110 Kindern pro Jahrgang eingependelt. Dieser Rückgang führt zu einem deutlich geringeren Bedarf an U3-Plätzen. Aktuell sind in der Einrichtung „Piccolino“ nur noch etwa die Hälfte der zehn Plätze belegt, was einen wirtschaftlichen Betrieb erschwert.

Bürgermeister Steffen Maar erläutert die Hintergründe der Entscheidung: „Das Projekt ‚Piccolino‘ war zur richtigen Zeit die absolut richtige Antwort auf den damals hohen Bedarf. Wir haben gemeinsam mit der Diakonie Oberhessen schnell und unbürokratisch ein qualitativ hochwertiges und sehr familiäres Betreuungsangebot geschaffen. Dafür möchte ich der Diakonie und insbesondere den engagierten Tagesmüttern, die hier eine herausragende Arbeit leisten, von Herzen danken. Gleichzeitig gehört es zu einer verantwortungsvollen Politik, auf veränderte Rahmenbedingungen zu reagieren. Ein Festhalten an einem nur zur Hälfte ausgelasteten Angebot wäre wirtschaftlich nicht vertretbar. Unsere oberste Priorität ist es nun, für die betroffenen Kinder, Eltern und Mitarbeitenden eine gute und nahtlose Anschlusslösung zu finden. Niemand wird alleingelassen.“

Christoff Jung, Leiter der Regionalen Diakonie Oberhessen, ergänzt: „Wir bedauern sehr, dass die Kindertagespflege Piccolino in Rodheim aufgrund der veränderten demografischen Rahmenbedingungen nicht fortgeführt werden kann. Gleichzeitig sind wir dankbar für die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt Rosbach, die dieses Angebot möglich gemacht hat. Besonders wichtig ist uns, dass es für die betreuten Kinder ebenso wie für die engagierten Tagespflegepersonen verlässliche Anschlusslösungen gibt. Dass dies gemeinsam und partnerschaftlich erfolgt, ist eine gute Grundlage für den Übergang.“

Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Rosbach und der Regionalen Diakonie Oberhessen war und ist von Konstruktivität und gegenseitigem Vertrauen geprägt. Beide Partner haben in ersten Gesprächen bereits signalisiert, dass sie eine einvernehmliche und für alle Seiten faire Lösung anstreben. Der Magistrat wurde nun von den städtischen Gremien beauftragt, die entsprechenden Verhandlungen aufzunehmen.

Für die derzeit im „Piccolino“ betreuten Kinder und ihre Familien wird die Stadtverwaltung eine lückenlose Weiterbetreuung sicherstellen. Es stehen ausreichend Plätze in den städtischen Kindertagesstätten oder bei anderen qualifizierten Tagespflegepersonen im Stadtgebiet zur Verfügung. Das Kita-Büro wird gemeinsam mit der Diakonie die jeweils beste Lösung für die betroffenen Eltern und Kinder finden.

Ziel ist es, den Vertrag partnerschaftlich und vorzeitig aufzulösen, um eine flexible und für alle Beteiligten zufriedenstellende Abwicklung zu ermöglichen und eine längere Phase der Unsicherheit zu vermeiden. Die Stadt Rosbach blickt dankbar auf die erfolgreiche Zeit des „Piccolino“ zurück und schätzt die Diakonie Oberhessen weiterhin als wichtigen und verlässlichen Partner im sozialen Bereich.