Neubau Bahnhof Rodheim v. d. Höhe

Anlass der Maßnahme

Die Maßnahme „Neubau des Bahnhofs Rodheim“ ist Teil des Vorhabens „Elektronisches Stellwerk (ESTW) Rodheim“, in dessen Zuge vorbereitende Maßnahmen für die Neustrukturierung der Linie 16 des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) umgesetzt werden sollen.

Mit Elektrifizierung der Taunusbahn zwischen Friedrichsdorf und Usingen sowie der entsprechenden Weiterführung der S-Bahn-Linie 5 (S5) soll im Ziel-Zustand eine Taktverdichtung in Richtung Frankfurt (Main) erreicht werden.

Ziel ist es, den starken Verkehr zwischen Friedrichsdorf und Bad Homburg mit in den Linienverlauf der Linie 16 zu integrieren und die Züge bis Bad Homburg weiterzuführen. Damit ist es zwingend notwendig, die Zugkreuzung der Linie 16 in Rodheim v. d. Höhe durchzuführen. Damit stehen auf der eingleisigen Strecke zwischen Friedrichsdorf und Friedberg (Hess.) zur Einhaltung einer ausreichenden Fahrplanstabilität künftig zwei Kreuzungsbahnhöfe zur Verfügung.

Maßnahmen im Vorhaben ESTW Rodheim

Das Vorhaben ESTW Rodheim umfasst die Erneuerung der leit- und sicherungstechnischen Anlagen im gesamten Streckenabschnitt zwischen Friedrichsdorf und Friedberg (Hess.) einschl. Errichtung und signaltechnischer Ausrüstung des künftigen Bahnhofs Rodheim.

Im Vorlauf des Gesamtvorhabens wird derzeit als korrespondierende Maßnahme bereits die funktechnische Ausrüstung der Strecke erneuert einschließlich der begleitenden Herstellung einer durchgängigen Kabeltrasse. Weiterhin ist bereits im Jahr 2020 der Bahnübergang im Bahn-Kilometer 35,7 zwischen Rosbach und Friedberg komplett erneuert worden.

Neubau des Kreuzungsbahnhofs Rodheim

Im Bereich des heutigen Haltepunkts Rodheim wird mit der Maßnahme ein zweigleisiger Kreuzungsbahnhof realisiert. Dabei verbleibt das derzeitige Streckengleis als künftiges Bahnhofsgleis 1 in seiner ursprünglichen Lage. Parallel dazu wird in einem Abstand von etwa 4,70 m das neue Bahnhofsgleis 2 aufgebaut.

Die leit- und sicherungstechnische Ausstattung muss vollständig neu aufgebaut werden. Hierzu werden neue Signalanlagen in modernster elektronischer Technik installiert, die eine Fernsteuerung aus einer Betriebssteuerzentrale ermöglicht.

In diesem Zusammenhang muss auch die Sicherungsanlage am Bahnübergang am Kilometer 28,6 (Hauptstraße / Waldstraße / L 3204) komplett erneuert werden. Der Bahnübergang wird bedingt durch die Aufweitung auf zwei Gleise im unmittelbaren Kreuzungsbereich bezüglich der Verkehrsführung der kreuzenden Landesstraße und der Einmündung von Beinhardsweg und Zufuhrstraße zum Bahnhof entsprechend des aktuellen Regelwerks neu gestaltet. Auch die kreuzenden Fußwege werden regelkonform den neuen Straßenverläufen angepasst.

Personenverkehrsanlagen im Bf Rodheim

Der derzeitige Bahnsteig auf der Seite des ehemaligen Empfangsgebäudes bleibt unverändert einschließlich seiner technischen Ausrüstung bestehen.

Da der künftige Bahnhof Rodheim als Kreuzungsbahnhof zwischen den sich in Rodheim begegnenden Zügen aus Friedberg und Friedrichsdorf dienen soll, wird auch das neue Bahnhofsgleis 2 mit einem Außenbahnsteig für den gleichzeitigen Fahrgastwechsel ausgestattet. Dieser neue Außenbahnsteig wird entsprechend der Ausstattungskategorie der Verkehrsstation Rodheim gemäß Regelwerk der Deutschen Bahn errichtet. Der Bahnsteig erhält eine Breite von 3,00 m und entsprechend den perspektivisch verkehrenden Fahrzeuggattungen eine Bahnsteighöhe von 76 cm über Schienenoberkante, so dass künftig ein barrierefreier Netzzugang gewährleistet ist. Der Zugang erfolgt über eine niveaufreie Rampe in Richtung Waldstraße. Zwei Wetterschutzhäuser sorgen für den entsprechenden Witterungsschutz.

Planrechtliche Anforderungen

Für das Vorhaben wird voraussichtlich ab Frühjahr 2021 ein Planfeststellungsverfahren beim Eisenbahn-Bundesamt durchgeführt.

Umweltfachliche Belange

Das Vorhaben "Erstellung ESTW Rodheim" unterliegt dem § 15 BNatSchG, sodass eine Betrachtung der Naturgüter Boden, Wasser, Luft und Klima, Tiere und Pflanzen sowie des Landschaftsbildes hinsichtlich der Wirkungen durch das Vorhaben erfolgen muss. Nach § 15 Abs. 1 BNatSchG sind erhebliche Beeinträchtigungen vorrangig zu vermeiden, daher werden z.B. die Gehölze nur außerhalb der Brutzeit gerodet oder zurückgeschnitten und vorhandener Baumbestand geschützt. Unvermeidbare Beeinträchtigungen, wie die Flächenversiegelung durch den Bau des neuen Außenbahnsteigs und des Umfahrungsgleises werden durch den Vorhabenträger ausgeglichen. Der Eingriff in Natur und Landschaft ist somit kompensiert.

Schall- und Erschütterungsschutz

In der 16. BImSchV ist für die Bewertung der Verkehrsgeräusche bei Neu- und Ausbaustrecken sowie in der Lärmsanierung die Berechnung der Schallemission, der Schallimmissionswerte und der Beurteilungspegel mit der Berechnungsvorschrift „Schall03“ vorgeschrieben. Für Planrechtsverfahren müssen „Schalltechnische Untersuchungen“ nach Regelwerk durchgeführt werden. Auch für das vorliegende Projekt wurde die beschriebene Schallschutzbewertung durchgeführt und die angrenzende Wohnbebauung am Haltepunkt Rodheim genauer betrachtet. Mit Fertigstellung der Maßnahme und der Inbetriebnahme im Jahr 2023 werden keine Lärmschutzmaßnahmen notwendig sein.

Bauzeit und Baudurchführung

Der Beginn der Baumaßnahme ist zum November 2022 vorgesehen. Mit einem Abschluss der Baumaßnahme und der Inbetriebnahme wird zum Fahrplanwechsel im Dezember 2023 gerechnet.

Östlich des neuen Außenbahnsteigs am Gleis 2 wird temporär für die Dauer der Baumaßnahme eine Baustelleneinrichtungsfläche errichtet, auf der die Baustellenlogistik mit Lagerflächen und Material- sowie Bürocontainern untergebracht werden. Die Zufahrt erfolgt über den Beinhardsweg. Beeinträchtigungen durch die Baudurchführung werden durch die Nähe der Baustelleneinrichtung zum Baufeld und die kompakte zusammenhängende Lage aller wesentlichen Einzelmaßnahmen so weit wie möglich vermieden.

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