Ausstrahlung des zweiteiligen ZDF-Krimis "Im Wald" von Nele Neuhaus

Mit Spannung hatte man in Rosbach auf die Ausstrahlung des zweiteiligen ZDF-Krimis "Im Wald" von Nele Neuhaus gewartet, war doch ein Teil der Szenen Mitte Mai in Rosbach gedreht worden. Für den neuesten Taunuskrimi - übrigens der achte seiner Art - war aus Rosbach kurzerhand "Waldhain" geworden, im Film der Heimatort von Hauptkommissar Oliver von Bodenstein, dem Ermittler in einer kaum enden wollenden Mordserie ebendort.

Der örtliche Gewerbeverein und der Magistrat der Stadt hatten zum Public Viewing ins Alte Rathaus eingeladen, jenem Ort, wo sich das Filmteam zu den Dreharbeiten eingefunden hatte. Hatten am ersten  Fernsehabend noch knapp dreißig Zuschauer den Weg dorthin gefunden, so waren zum zweiten Teil nur rund ein Dutzend gekommen. Das mag zum Teil dem ungemütlichen Wetter geschuldet sein, aber es gab noch weitere Gründe dafür, dass so viele Plätze leer blieben: "Mir war der gestrige Teil zu verworren", meinte eine Zuschauerin. Etliche Szenen seien viel zu lang gewesen, und von Rosbach habe man nur wenig gesehen. "Da kann ich gut verstehen, dass heute so wenige gekommen sind." Von den zwei oder drei Rosbacher Statisten, die im Film mitgespielt hatten, habe sie keinen wiedererkannt. "Einer von ihnen saß heute im Publikum, aber der ist gleich nach Filmende gegangen", wusste sie.

Organisatorin und Gewerbevereins-Vorsitzende Monika Trütschel vermisste, dass Rosbach bei den Luftaufnahmen so gut wie gar nicht vorgekommen war. "Meist hatte man das Alte Rathaus oder den historischen Röhrenbrunnen als Motiv gewählt, was ja auch nicht so verkehrt ist", meinte sie. Ober-Rosbach habe einen wunderschönen Ortskern, der durch den Film vielleicht auch wieder mehr Beachtung fände. Letzteres wünschten sich auch ihre Platznachbarn.

Das Rathaus und die Kirchenmauer, das Haus von Team-Sport Dittrich (im Film eine Bäckerei) oder das Trauzimmer wurden trotz der teils nur kurzen Einblenden sofort identifiziert, und der Röhrenbrunnen löste immer wieder ein leises "Aha" aus. "Die Leute vom Bauhof hatten extra eine Fernbedienung zum Ein- und Ausschalten installiert, weil das Wasser mal laufen und mal nicht laufen sollte", berichtete Marion Hallwirth von der Stadtverwaltung. Bei der Film-Pressekonferenz, wo die Aufklärung der Mordfälle bekanntgegeben wurde, schauten sich einige Zuschauer grinsend an. "Die Schauspieler sitzen vor genau dem gleichen Fenster, wo wir jetzt sitzen", stellte einer fest.

Er gehörte zu jener Hälfte der Anwesenden, für die ein Krimi-Abend eine willkommene Freizeitgestaltung ist. Die anderen waren nur gekommen, weil Rosbach als ZDF-Drehort ausgewählt worden war. "Vor allem in der letzten halben Stunde war viel von Rosbach zu sehen", war man sich einig. Magistratsmitglied Norbert Schön meinte: "Vielleicht hat der Film unseren sehenswerten, historischen Ortskern ja ein bisschen aufgewertet."

Rosbach (sky) 4.1.2018

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