Historie

Im vorigen Jahrhundert schon sind die Tage der Kirschblüte in Ober-Rosbach gefeiert worden. Der Kirschanbau war seinerzeit eine Haupteinnahmequelle für die Rosbacher und der Kirschenberg, der sich damals vom Beinhardshof bis zum Löwenhof (bei Ockstadt) erstreckte, zog im Frühjahr viele Besucher aus Nah und Fern an – zu Kutschfahrten, zum Spazierengehen, aber auch zum Feiern.

 

Die Wirte der Gasthäuser warben schon um 1850 herum mit Versen im Friedberger Intelligenzblatt für ihr Fest.

Als 1904 das Waldschlösschen gebaut wurde, lud der jeweilige Wirt dort regelmäßig zum Blütenfest ein – geselliges Beisammensein, Musik und Tanz standen damals im Vordergrund der Veranstaltung. Einen offiziellen Charakter hatte das Fest zu dieser Zeit noch nicht.

1935 wurde dem Kirschblütenfest durch die Unterstützung der Gemeinde ein feierlicher Rahmen gegeben. In dem Blut- und Bodenstück „Am Kirschbergborn" von „Onkel Konrad" (dies war der Friedberger Heimatdichter Wilhelm Philipps) rief Elise Wörner als Hauptdarstellerin: „Wohin ich in das Land auch schau – in Blüte steht die Wetterau! Doch meiner Krone schönster Stein ist Rosbachs Kirschenberg allein!" – sie war die erste Blütenkönigin Rosbachs.

Im Folgejahr gab es eine weitere Darbietung des Stückes, aber die Kriegswirren verhinderten dann die Fortsetzung dieser Aufführung.

Erst nach dem Krieg wurde wieder eine Blütenkönigin gekürt. Es war damals eine Festkönigin für eine lange Nacht, die damals beim Tanzen „ausgeguckt" wurde. Mitte der 50er Jahre hat die Blütenkönigin ihre Funktion über den Tag des Blütenballs hinaus erhalten. Seit dem wird – früher noch unter strengster Geheimhaltung – in jedem Jahr eine junge Frau aus einem der drei Stadtteile gewählt und dann beim Blütentanz feierlich gekürt.